Chronik Fahrdorfer Segler-Verein e.V.

Ursprünglich bestand  im Bereich des heutigen Vereinshafens auf gemeindlichem Grund eine Kahn- und Badestelle mit einer Badebrücke. In früheren Zeiten soll hier auch Sandballast für Segelschiffe aufgenommen worden sein.

Als sich erste Interessen für das Bootfahren in der Freizeit entwickelten, wurden durch Eigeninitiative von Karl und Uwe Reimer sowie Heinrich und Jöran Engler zwei Bootsstege gebaut, an denen zunächst Ruderboote, die meistens zum Angeln benutzt wurden, festgemacht waren.

Als erstes echtes Sportboot kam das selbstgebaute, mit einem Außenborder motorisierte Boot von Egon Carstensen und Walter Kruse hinzu. Die Erbauer des Steges waren zunächst nicht sehr erfreut, als der Bürgermeister den Eignern diesen Liegeplatz zuwies.  Die Brückenlieger schafften sich nach und nach größere Boote an, auch bekundeten weitere Fahrdorfer ihr Interesse an einem Liegeplatz. So ergab sich die Notwendigkeit, die Brücke zu erweitern.

Dies geschah 1968 nach einer Zeichnung von Horst Bielfeldt. Die Brücke hatte nunmehr eine Gesamtlänge von 12 m mit insgesamt 6 Liegeplätzen. Die Brücke war eine Holzkonstruktion aus Telefonmasten, die die Bundespost freundlicherweise gespendet hatte. Der Transport der Masten wurde durch befreundete Bundeswehrangehörige übernommen. Mit einer Feuerwehrspritze wurde die Brücke jährlich neu eingespült. Nachdem die Brücke in den Wintermonaten immer wieder beschädigt wurde, überlegte man eine anderweitige Konstruktion mit Stahlböcken, die im Frühjahr und Herbst auf- bzw. abgebaut werden sollten. Diese Stahlböcke wurden dann unter Mithilfe aller Brückenlieger im Winter 70/71 gebaut.

Bei der Vielzahl der Interessierten bedurfte es einer Organisation, so dass im Juni 1971 die Gründung der Brückengemeinschaft erfolgte. Der Vorstand der Brückengemeinschaft bestand aus den Personen Karl-Dieter Wenzel (Vorsitzender), Uwe Reimer (Brückenwart) und Christian Möller (Kassenwart). Seinerzeit betrug das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz an der Brücke bzw. Arbeiten an Bord und Fahrt mit dem Boot ca. 10:1. Neben Mühsal und schwerwiegenden Überlegungen gab es allerdings auch ein geselliges Leben. Die Festivitäten fanden nicht an Bord statt, sondern an Land – auf dem Gelände vor der Brücke bzw. bei schlechtem Wetter in der Garage von Horst Bielfeldt. An diese Zeit erinnert auch heute noch die Birke „Irmchen“, die auf dem Vereinsgelände in den Sommermonaten heute noch Schatten spendet.

Die Gemeinschaft wuchs weiter und mit ihr die Brücke. Zwischen die Stahlböcke wurden zur Verlängerung jeweils Holzpfähle eingespült, die den Seitenabtrieb der Brücke bei Hochwasser verhindern sollten. Der Aufbau der Brücke zog sich meistens über drei Wochenenden hin.

Am 26.01.1973 war es dann soweit. In der Gründungsversammlung im Gemeindehaus wurde die Auflösung der Brückengemeinschaft und die Gründung des Motor- und Segelbootvereins Fahrdorf beschlossen. Insgesamt gab es 23 Gründungsmitglieder:

Bielfeldt, Heinrich      Bielfeldt, Horst                      Bumann, Friedrich      Carstensen, Egon

Engler, Heinrich         Engler, Jöran              Götzke, Gerhard         Jessen, Helmut

Köpke, Detlev            Kruse, Walter             Ladebusch, Walter      Matte, Udo

Möller, Christian        Meewes, Kurt             Mühlenbeck, Rudi      Obermüller, Heinz

Peters, Hans-Axel       Plöhn, Herbert            Reimer, Karl               Reimer, Uwe

Schade, Herbert          Schröder, Lothar        Wenzel, Karl-Dieter

 

Zum Gründungsvorstand wurden nach Beschlussfassung der Satzung folgende Mitglieder gewählt:

Karl-Dieter Wenzel    1. Vorsitzender                                  Christian Möller         Kassenwart

Horst Bielfeldt                       2. Vorsitzender                                  Walter Kruse              Jugendwart

Walter Ladebusch      Schriftwart                             Uwe Reimer                Brückenwart

 

Nach einer zwischenzeitlich notwendigen Anpassung der Satzung erfolgte dann die Eintragung in das Vereinsregister am 06.07.1973.

Aber auch der Verein hatte es nicht viel leichter als vorher die Brückengemeinschaft. Einige Vereinsmitglieder hatten seit 1972 vor dem Hafen Bojenplätze, die sie von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kappeln für 99 Jahre gekauft hatten. Als man dieses Bojenfeld erweitern wollte, ergaben sich mit Stadt und Land die ersten Querelen- und schließlich waren da auch noch die Holmer Fischer, die durch derartige Maßnahmen ihre Fanggebiete beeinträchtigt sahen. So wurden zähe, langwierige Verhandlungen mit den Holmern geführt, die ein positives Ergebnis hatten. So blieb es bei dem nach wie vor guten Verhältnis zu den Holmer Fischern, mit denen weiterhin gemeinsame Veranstaltungen wie Winterfest, An- und Absegeln und Regatten durchgeführt wurden.

Am 14.03.1975 erfolgte die Umbenennung in Fahrdorfer Segler-Verein e.V. (FSV). Damit wurde den Aufnahmebedingungen des Deutschen Segler-Verbands (DSV) entsprochen. Durch Beschluss der  Mitgliederversammlung vom 26.03.1976 wurde die Kurzform in FaSV geändert, um Überschneidung mit einem in Süddeutschland ansässigen DSV-Mitgliedsverein zu vermeiden. Nichtsdestoweniger gilt der FaSV seit seiner Gründung überall bei Bund, Land, Kommune sowie Verbänden, Vereinen und bei den Mitgliedern als FSV – niemand hat daran je Anstoß genommen.

Zum Slippen der Boote diente von 1974 eine Panzerwinde (Die Winde befand sich ursprünglich auf einem Bergungspanzer). Sie wurde dem Verein von Fa. Sörensen, Busdorf, überlassen, um auch größere Boote aus dem Wasser ziehen zu können. Der Betrieb der Winde wurde jahrelang unter Inkaufnahme erheblicher Sicherheitsrisiken betrieben und führte letztendlich am 11.04.1980 zum Rücktritt des damaligen Vorsitzenden, Jürgen Hansen, der als erster durchgreifend auf diese Bedenken aufmerksam machte. Der neue Vorstand beauftragte den TÜV Norddeutschland mit der Überprüfung der Winde. Bei diesem Termin kam es zum Riss des Zugseils. Zur Genehmigung der Anlage verwies der Sachverständige jedoch an das Gewerbeaufsichtsamt Schleswig, das sich auf Anfrage für nicht zuständig erklärte. Daraufhin schloss der Vorstand mit allen Benutzern der Panzerwinde einen Vertrag ab, der entsprechende Auflagen beinhaltete, um die Benutzung der Winde sicherer zu machen. Als sich dann 1986/1987 die Möglichkeit ergab, die Schiffe im Vereinshafen Wilking Haddeby zu kranen, wurde der Betrieb der Panzerwinde eingestellt.

Der Wunsch, eine Brücke mit ausreichend Tiefgang auch für Kielboote zu bauen (am Brückenkopf waren damals ca. 1,20 m Wassertiefe bei Normalwasser), wurde immer größer, letztendlich waren die Liegeplätze an der Boje für diese Schiffe nur eine Notlösung, denn zu jeder Seefahrt musste man mit dem Beiboot zum Schiff pullen. Bei der Vorstandssitzung am 28.04.1974 wurde beschlossen, das Projekt "Neuer Segelhafenf' soll auf die Tagesordnung der Mitgliederversammlung. Die Mitgliederversammlung bildete einen Hafenplanungsausschuss dem Horst Bielfeldt, Karl-Dieter Wenzel, Detlef Köpke und Rüdeger Braach angehörten. Erste Pläne von Horst Bielfeldt wurden dann am 14.03.1975 vorgestellt. Der Kostenvoranschlag von ca. 300 TDM ließ weitere Überlegungen für Alternativen notwendig erscheinen.

Durch die Mitgliederversammlung am 07.11.1976 wurde dem Vorstand der Auftrag erteilt, mit den konkreten Planungen zu beginnen. Der Vorstandsbeschluss vom 18.11.1976 sah vor, dass die Brücke aus einem geraden Teil (335°) und einem in Richtung Nordwest abgewinkelten Teil (315°) bestehen sollte. An den abgewinkelten Teil sollten die Bojenlieger ihren Liegeplatz erhalten. Der Vorstand beschloss das Einholen von Angeboten für diese Lösung. Die Bojenplätze wurden trotzdem beibehalten, das Bojenfeld wurde erst 1986 endgültig aufgegeben.

Am 26.04.1977 erfolgte die Auftragsvergabe. Nach dem Baubeginn am 15.05.77 erfolgte am 11.06.1977 die  Brückeneinweihung. Die Wappen von Schleswig nutzte man dabei als schwimmendes “Festzelt”.

Nach Fertigstellung der Hauptbrücke erfolgten die Planungen für die Wellenbrecher West, Süd und Ost. Diese Arbeiten wurden in den Jahren von 1977 bis zum Frühjahr 1983 erledigt.

Die Schneekatastrophe 1978/79 ging auch am FSV nicht schadlos vorüber. Die Anlagen wurden in Mitleidenschaft gezogen, als es kurz vor dem Jahreswechsel 78/79 zunächst in ungeahnter Weise zu schneien begann. Das Wasser stieg so hoch, dass in einer letzten Anstrengung der Kompressor, der schon teilweise unter Wasser stand, gerettet werden konnte. Danach konnte man nur noch zuschauen. Am Neujahrsmorgen hatte es aufgehört zu schneien. Das Thermometer zeigte -20 Grad und die Brücke lag in einem desolaten Zustand dar. Nicht nur viele Brückenbeläge, teilweise waren auch die Langhölzer weggeschwemmt. Das Eis blieb die ganze Zeit bis Februar. Dann kam eine neue Sturmflut, die das Eis anhob. Dadurch wurden etliche Pfähle aus dem Boden gezogen. Nach dem Abtauen des Eises wurde der größte Teil der Brückenbeläge im Haddebyer Noor wiedergefunden. Die Beseitigung der Schäden an der Fährhausbrücke und der teilzerstörten Hauptbrücke erforderte einen erheblichen Kostenaufwand und nicht unerhebliche Arbeitsstunden.

Parallel zu den Baumaßnahmen der Wellenbrecher wurde über eine Vertiefung des Hafens nachgedacht. Anlass zu ersten Überlegungen, den Hafen zu vertiefen, waren extreme Niedrigwasserstände in den Jahren 1979/80; alle Boote lagen trocken. Sofort wurde gehandelt. Ein erster Versuch wurde gemacht, den Hafen zu vertiefen, indem der Schlick in die Kahnstelle geschoben und von dort abgefahren wurde. Diese Maßnahme brachte keinen durchgreifenden Erfolg. Auch wurde im Vorstand immer wieder über die Fernziele diskutiert: Vertiefung des Hafens und evtl. sogar eine Steinmole. In der Mitgliederversammlung am 12.09.1984 wurde beschlossen, eine durchgreifende Ausbaggerungsmaßnahme durchführen zu lassen. Es sollten etwa 2.500 bis 3.000 m² Baggergut aus dem Hafen entfernt werden. Im Laufe der Saison 1985 stellte sich dann heraus, dass noch weitere 800 bis 1.000 m' im Osten und Westen nachgebaggert werden mussten. Mit dieser Maßnahme wurde nach langwierigen Verhandlungen des Vorstandes, insbesondere über den Abtransport des Schüttguts, dann im Herbst 1986 begonnen. Witterungsbedingt wurden die Arbeiten erst im Frühjahr 1987 beendet.

Die Brücke am Gasthaus Fährhaus wurde ursprünglich von den Pionieren im Auftrag der Gemeinde Fahrdorf erstellt. Die Nutzung der Brücke ging 1976 an den FSV über. Hans Ramcke war "Brückenwart der Fährhausbrücke". Der Vorstand beschloss am 27.04.1983, die Fährhausbrücke im Einvernehmen mit der Gemeinde an den Inhaber des Fahrhauses zu verkaufen. Um allen Vereinsmitgliedern an einer Stelle Bootsliegeplätze zur Verfügung zu stellen, wurde daher der Anbau eines schwimmenden Teiles an die vorhandene Jollenbrücke erforderlich. Am 15.10.1983 wurde die Fährhausbrücke an das Fährhaus übergeben. Im Frühjahr '84 wurde die Jollenbrücke errichtet.

Damit die Vereinsveranstaltungen nicht immer im freien stattfinden mussten, wurde beim traditionellen Punschen im Januar beschlossen ein Vereinshaus zu bauen. Im Frühjahrs- und Herbstarbeitsdienst 1983 wurde das erste Vereinshaus erstellt und dient heute noch als öffentliche Toilette.

In der Zeit zwischen 1984 und 1990 standen zwar keine großen Baumaßnahmen an, jedoch musste der Wellenbrecher in jedem Arbeitsdienst saniert werden. Entgegen aller Angaben der Experten in der Planungsphase stellte sich heraus, dass die zwischen den Trägern eingebrachten Holzbohlen nicht aufquollen und daher bei Wellengang erhebliche Klappergeräusche verursachten. Dies führte zu Beschwerden der Nachbarn, die sogar Gegenstand von Gemeinderatssitzungen waren. Bemühungen, die Klappergeräusche zu unterbinden, führten allerdings nicht zum gewünschten Erfolg, so dass die Diskussion aufkam, eine Steinmole zu schütten. Auf der Mitgliederversammlung am 13.03.1992 wurde dann beschlossen, den Wellenbrecher mit Hilfe von Zuschüssen zu realisieren. Die Erneuerung des Wellenbrechers wurde zu Beginn des Jahres 1993 abgeschlossen.

Beim Herbstarbeitsdienst 1996 stand die Sanierung der Jollenbrücke an. Die alte Jollenbrücke wurde abgerissen und die neuen Pfähle für den festen Brückenteil gerammt. Beim Frühjahrsarbeitsdienst 1997 wurden die umfangreichen Sanierungsarbeiten beendet. Die Schwimmbrückenteile wurden montiert um die Jollenbrücke zu vervollständigen.